"Wandel in Sicht?" - Auftakt-Tagung in Berlin
Am 26.09.2011 fand in Berlin die Tagung „Wandel in Sicht? Effektiv zu mehr Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen“ statt.
Auftakt-Tagung „Wandel in Sicht? Effektiv zu mehr Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen" am 26. September 2011 in Berlin
Im Rahmen der Auftakt-Tagung „Wandel in Sicht? Effektiv zu mehr Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen“ stellten das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS / GESIS und das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF am 26. September 2011 ihr gleichnamiges Projektvorhaben erstmalig der interessierten Öffentlichkeit vor. Der neue Fokus auf die Wirkungen und Umsetzungsstrategien familienfreundlicher Maßnahmen und Initiativen stand im Mittelpunkt der Veranstaltung, die in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften stattfand.
Mit Grußworten eröffneten Prof. Dr. York Sure-Vetter, Präsident von GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und Ministerialrätin Christina Hadulla-Kuhlmann, Leiterin des Referats für Chancengerechtigkeit in Bildung und Forschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die Tagung. Ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Expertinnen und Experten aus der Praxis präsentierten in Vorträgen das zunehmende Bewusstsein, zentrale Herausforderungen und besondere Potenziale der Familienfreundlichkeit an deutschen Hochschulen – u. a. Prof. Dr. Heather Hofmeister, Professorin für Arbeitssoziologie an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. Gemeinsam mit rund 150 Teilnehmenden aus Hochschulen und Wissenschaftspolitik gaben sie anschließend in einer offenen Diskussionsrunde neue Impulse für die Entwicklung des Themenfelds, die auch direkt in das Projektvorhaben einfließen.
BMBF betont zentralen Stellenwert des Themas „Familienfreundlichkeit“ im Wissenschaftsbetrieb
Den Stellenwert des Projektvorhabens vor dem Hintergrund neuester Entwicklungen und vom BMBF geförderter Forschungsergebnisse betonte Ministerialrätin Christina Hadulla-Kuhlmann. „Es geht darum, der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen der Wissenschaft zu begegnen und die Familiengründung von Frauen und Männern im Wissenschaftsfeld zu ermöglichen. Im Mittelpunkt steht jedoch auch die Exzellenz der Hochschulen selbst, die langfristige Sicherung der Qualität von Wissenschaft und Lehre“, so Christina Hadulla-Kuhlmann. Ziel sei es daher, ein umfassendes Handlungs- und Maßnahmenpaket unter Einbeziehung bisheriger Ansätze zu entwickeln, Hochschulen praktikable Umsetzungsvorschläge zu unterbreiten und ihnen beratend zur Seite zu stehen.
Expertinnen und Experten sehen Kultur- und Strukturwandel als besondere Herausforderung
Was ganz konkret dazu beiträgt, die Familienfreundlichkeit deutscher Hochschulen zu verbessern, erläuterte Prof. Dr. Heather Hofmeister, Professorin für Arbeitssoziologie an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. „Gut ausgedachte Lehr- und Prüfungsstundenpläne, gut zugängliche Informationen, ein Fokus auf ‚learning assessment‘ anstelle von Prüfungen und auch das Schaffen von bezahlbaren Kinderbetreuungsplätzen“ nannte sie als einige wichtige Punkte. Neben einem breiten Familienbegriff und entsprechend vielseitigen Handlungsfeldern sehen die Expertinnen und Experten vor allem einen Kultur- und Strukturwandel in Sachen „Familienfreundlichkeit“ als besondere Herausforderung. Wichtig für Studierende sowie für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Familienpflichten sind Wertschätzung, flexible Lösungen und langfristige berufliche Perspektiven.



